Meine Erfahrung mit Kaiserschnitt und Vaginale Geburt

Gast-Blogger: Nina

Fangen wir doch ganz einfach mal vorne an. Mein Name ist Nina, ich bin 32 Jahre alt und ich habe zwei Kinder. Mein Sohn, passt jetzt von oben auf uns alle auf, er wäre jetzt knapp 4 Jahre alt.

Meine Erfahrung mit einem Kaiserschnitt

Bei der Schwangerschaft mit Hannes wurde bei mir Schwangerschaftsdiabetes festgestellt, dieser konnte aber diätetisch eingestellt werden, auch wenn ich nach einigen Wochen morgens Jogurt mit Haferflocken und Cranberries nicht mehr sehen konnte. Trotzdem wurde immer wieder erzählt, dass das Gewicht überwacht werden muss.

Es gibt Frauen, die länger schwanger sind als die 40 Woche, ich gehöre eindeutig dazu. Bei meinem Sohn musste die Geburt dann eingeleitet werden, ich war bei 40+10. Wurde also Zeit dass sich was tut. Trotz allen möglichen Versuchen die ich zu Hause gemacht habe, die ganzen Tipps die man hört und liest um eine Geburt einzuleiten. Hat alles nicht geklappt. Also bin ich dann ins Krankenhaus, da eingeleitet werden musste.

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Stationäre Aufnahme

Ich wurde stationär aufgenommen, mir wurde Citotec gegeben (ja, das Mittel, welches nicht mehr verwendet wird), ich wurde in ein Zimmer gesteckt, wo immer fröhliche frische Mamas waren. Und ich saß da, hoch schwanger, zu viel schwanger. Und ich wollte einfach nur mein Baby im Arm halten.

Am dritten Tag war ich sehr frustriert, traurig und einfach nur erschöpft. Ich hatte zwar immer Wehen in der Zeit, aber nicht ausreichende um meinen Sohn auf die Welt zu bringen.

Nun kam der Tropf an die Reihe, da die Tabletten und Gel, welches mir auch noch verabreicht wurde, nichts geholfen haben.

Ick bekam ein Wehentropf

An Tag +13 kam ich dann um 14:00 Uhr an den Wehentropf und in den Kreißsaal. Die Wehen kamen Schlag auf Schlag, es gab kaum Zeit, sich irgendwie zu entspannen. Die Schmerzen waren sehr schlecht auszuhalten, zumal ich ja schon Tage vorher Wehen hatte und ich einfach nur erschöpft war. Auch mental war ich nicht mehr so guter Stimmung weil alles nur frustrierend war. Ich bekam unter den Wehen noch Opium. Als das nicht gewirkt hat wurde mir die PDA empfohlen, da sich das ganze noch in die Länge ziehen wird.

Die Wehen ließen nach

Unter der PDA ging es dann irgendwann los in die Presswehen, die ich kaum gespürt habe, sondern nur erahnen konnte. Irgendwann ging es aber nicht mehr weiter, ein bisschen war von Hannes der Kopf draußen, man konnte ihn fühlen, aber auch nicht so weit, dass man hätte eine Saugglocke anbringen können. Es ging nicht vor und auch nicht zurück, die Wehen ließen nach und wir hatten alle keine Idee mehr, was man machen kann.

Man kann eine Geburt nicht planen

Die Hebamme meinte zu mir, dass der OP vorbereitet wird. Bzw. Es ist vor mir noch ein Notkaiserschnitt dran, aber danach werde ich einen bekommen, “es sei denn, es tut sich jetzt noch was”. Völlig erschöpft habe ich aber nur gedacht, dass ich nicht mehr kann und dass der Kaiserschnitt jetzt voll in Ordnung ist. Auch wenn ich zuvor keinen gewollt habe, aber man kann eine Geburt nicht planen. Absolut nicht.

Endlich mein Baby halten zu können

Mein Mann durfte mit, ich hatte ja die PDA und war wach. Es wurde alles vorbereitet, mein ganzer unterer Körper wurde mit der orangenen Desinfektion eingeschmiert. Es wurde nochmal überprüft, dass ich auch wirklich nichts merke und dann wurde der Schnitt gesetzt. Der Rest der Haut wurde gerissen, man hat es “gemerkt” und gehört. Kurze Zeit später konnten wir ein Weinen hören. Eine Schwester kam zu mir und war ganz erstaunt: “Er ist blond!”, zur Aufklärung: Mein Mann und ich sind dunkelhaarig, allerdings waren wir selbst als Kinder blond. Ich meinte nur “ja, das ist ok.” und musste lachen.

Kurz darauf hatte ich Hannes bei mir am Kopf liegen, mein Mann war am Weinen, ich konnte es noch gar nicht glauben, dass mein Sohn endlich da war. Einige Augenblicke danach durfte mein Mann mit Hannes schon vorgehen. Ich wurde in der Zeit noch genäht. Als ich wieder bei meinen beiden war, war ich erleichtert, endlich mein Baby halten zu können.

Baby blues

Nach der Geburt spielt alles verrückt, die ganzen Hormone sind durcheinander, man selbst ist durcheinander, auch überfordert. Das erste Kind! Man hat keine Ahnung, wie das überhaupt geht! Ich habe nur geheult und hatte wegen dem Kaiserschnitt auch ordentlich mit Schmerzen zu tun, das erst aufstehen ist auch die pure Hölle. Man hat das Gefühl, als würde man in der Mitte auseinanderreißen. Das legt sich aber nach 2-3 Tagen. Als wir dann zu Hause waren, konnten wir die Zeit erst richtig genießen. Uns kennenlernen und uns erholen.

Meine Erfahrung mit der vaginalen Geburt

Jedenfalls hatte ich auch in der Schwangerschaft wieder Diabetes, diesmal mit Insulin, weshalb auch eingeleitet werden musste, um nicht über den ET zu kommen. Später in der Schwangerschaft drohte mir auch eine Schwangerschaftsvergiftung, der Eiweißwert im Urin war zu hoch, ich hatte Bluthochdruck (aber nur beim Arzt), lies sich aber alles vermeiden. Zum Glück.

Einleitung mit Ballonkatheter

Am ET sollte ich mich in der Klinik melden wegen der Einleitung, am besagten Tag haben sie aber keine Zeit, also hatte ich nochmal einen Tag Schonfrist. Ach Ja, habe ich erwähnt, dass ich überschwanger war?, zum zweiten Mal also, scheint sehr gemütlich bei mir zu sein.

Ich wurde wieder stationär aufgenommen, abends wurde mir der Ballonkatheter gelegt. Es sieht wirklich eigenartig aus, es tut aber nicht weh, das einzige was weh tut ist das “sichtbarmachen” des Muttermundes, das legen merkt man gar nicht. Beide Seiten der Ballons (einer liegt innen am Muttermund und einer außen) werden mit je 80 ml Kochsalz Lösung gefüllt. Klingt viel, aber im Vergleich zu einem Kopf, eher wenig. Vom Schmerz ist es wie ein starker Periodenschmerz. Also eher unangenehm als Schmerz.

Der Ballonkatheter soll den Muttermund weiten, das hat er in meinem Fall auch gemacht, den nächsten Morgen saß ich auf der Toilette und dachte mir “ok, wenn ich jetzt huste ist der draußen”, ich habe zwar nicht gehustet aber leicht gepresst und da landete der auch schon in der Toilette. Mit dem Katheter habe ich ganze 4 cm gewonnen. Und das über Nacht. War ganz entspannt.

Tag zum ausruhen

Weil das Krankenhaus so überlastet war, wurde bei mir an diesem Tag nichts weiter gemacht. Wir sind viel spazieren gegangen. Und mittlerweile war ich in der Stimmung, dass es mir egal ist, wie die Geburt vonstattengeht.

Am nächsten Morgen wurde ich um 7:00 geweckt, ich solle doch bitte meine Sachen ganz in Ruhe zusammen packen, denn ich werde in zwei Minuten abgeholt und in den Kreißsaal gebracht. Ich habe mich gefragt, wie man langsam und in Ruhe in zwei Minuten seinen ganzen Kram verräumen soll, aber ok. Kurz danach wurde ich abgeholt. Und ich kam in ein Vorwehenzimmer. Damit die Geburt weiter eingeleitet werden kann, diesmal mit Gel. Wie genau das heißt weiß ich nicht.

Ich habe noch gewartet, bis ich meinen Mann angerufen habe, es hat ja nicht geheilt und ich wollte ihm seinen Schlaf gönnen. Um 8:00 wurde mir das Gel verabreicht. Angenehm ist was anderes, denn der Muttermund ist ja schon sehr gereizt.

Ein bisschen Wehen

Nach ein paar Stunden hat sich langsam was getan, die Wehen konnte ich gut aushalten. Mein Mann war bei mir, wir hatten ein Zimmer für uns. Waren ein bisschen auch spazieren. Nachmittags bekam ich die zweite Gabe von dem Gel. Es hat sich nicht wirklich was getan, so ein paar Wehen, die nicht nennenswert waren. Irgendwie hatte ich wieder das Gefühl, dass das alles nichts bringt. Und ich wahrscheinlich doch wieder aufgeschnitten werden muss, war mir aber auch langsam recht. Was soll man machen? Wenn es so ist, dann ist es so. Mir wurde abends noch geraten, dass ein Einlauf gemacht werden kann, um die Geburt voranzubringen. Ich habe dann eingewilligt. Der sollte dann gemacht werden zum Ende der einen Schicht am Abend.

Die Wehen wurden stärker!

Ich war schon wieder langsam der Meinung, dass sich weiter nichts tut. Dann bin ich einfach nochmal duschen gegangen. Und habe mich schon fertig gemacht zum Schlafen. Es war ca. 19:00 Uhr und die Wehen wurden mehr! Auf Gespräche mit meinem Mann konnte ich mich nicht mehr konzentrieren. Um 21:00 habe ich geklingelt, weil sich die Wehen auch verändert haben.

Eine Hebammenschülerin kam in das Zimmer, weil ich geklingelt habe, die Belegschaft macht gerade Übergabe. Sie dachte ich Klingel wegen dem Einlauf, dass ich den haben möchte. “Den brauche ich nicht mehr.” habe ich gesagt, ich habe auf dem Bett gehockt und mich am Gestell festgehalten und geatmet. Die Wehen waren jetzt nicht mehr im oberen Bauch, sondern kamen vom unteren Rücken über die Leisten.

Schneller als gedacht: Presswehen

Meine Hebamme aus dem Nachtdienst kam jetzt dazu, ich war immer noch im Vorwehenzimmer, weil der Kreißsaal voll war. Mit den Wehen ging es jetzt echt zackig. Meine Hebamme meinte “In einer Stunde ist ihre Tochter da”, ich konnte es ihr irgendwie nicht glauben. Um 22:40 habe ich nochmal auf die Uhr gesehen, da war mein Muttermund auf 8 cm. Dann kamen die Presswehen und ich hatte meine Tochter um 23:15 auf dem Arm. Die ganzen Schmerzen waren irgendwie weg, ich hatte meine Tochter endlich auf dem Arm, alles war gut. Ich war und bin immer noch sehr dankbar, dass alles so gut geklappt hat und meine Hebammen so toll waren. Später musste ich noch genäht werden, da ich einen Dammriss hatte, dritten Grades.

Unterschied zwischen Kaiserschnitt und vaginaler Entbindung

Dadurch, dass ich den Vergleich zu beiden Geburten kann ich ein wenig über die Heilung reden. Zumindest wie ich sie erlebt habe, denn jede Geburt ist anders. In beiden Fällen sind die ersten drei Tage sehr anstrengend und schmerzhaft.

Der Kaiserschnitt ist vielleicht in dem Moment einfacher, allerdings hat man die ersten Tage echt Schwierigkeiten zu gehen, bzw. aufzustehen. Man hat das Gefühl, dass man in der Mitte durchreißt, aber nach ein paar Schritten geht es. Ich persönlich habe im Laufe der Zeit immer mal wieder Probleme mit meiner Narbe, also sie ist super geworden, davon abgesehen, allerdings wenn ich meine Periode habe, zieht die Narbe doch schon sehr.

Die vaginale Geburt ist hingegen in dem Moment sehr sehr schmerzhaft, das muss ich keinem erzählen. Nach ein paar Tagen sind die Schmerzen jedoch verträglich. Ich hatte nur leichte Probleme mit dem Dammriss. Die Nachwehen waren bei der vaginalen Geburt intensiver. Aber nach 3 Monaten kann ich sagen, dass ich an Schmerzen oder Problemen nichts mehr habe.

Was Mutterschaft für mich bedeutet

Mutterschaft bedeutet für mich persönlich alles für sein Kind, oder Kinder zu tun. Und das nicht nur, weil man vielleicht muss, nein man will es. Man will alles erleben und für sie da sein. Auch wenn man ständig im Zwiespalt ist zwischen Zeit für sich, das schlechte Gewissen und die Sehnsucht, sein Kind nicht bei sich zu haben. Es klingt bescheuert, aber es ist so.

Was ich noch loswerden will ist: Jede Schwangerschaft und jede Geburt sind anders, macht euch nicht zu viele Gedanken, wie ihr euer Baby auf die Welt bringen wollt, lasst es auf euch zukommen. Es wird alles gut werden. Und seid damit zufrieden, wie es am Ende gelaufen ist. Man kann es nicht ändern, das Ergebnis zählt und das habt ihr in den Armen.

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