Die Entwicklung der Hände

Die Entwicklung der Hände - Oje, ich Wachse!

Geschickte Händchen

Unsere Hände sind den ganzen Tag im Einsatz. Eigentlich kann man sie als eine Art Werkzeug betrachten, mit dem wir immer besser umzugehen lernen. Wenn Ihr Baby zur Welt kommt, weiß es noch nicht einmal, dass es Hände hat. Doch wenn es größer ist, malt es damit die schönsten Bilder!

Wir sind diese Entwicklung der Reihe nach für Sie durchgegangen:

2 Monate: „Hoppla – eine Hand!“

Wenn Ihr Kind den Acht-Wochen-Sprung (laut des berechneten Geburtstermins ) absolviert, entdeckt es seine Händchen und Füßchen. Es sieht sich nach den „Dingen“, die sich an seinem Körper befinden, um und findet sie höchst interessant. Auch Ihre Hände faszinieren es. Manche Babys können sich auch schon an einem kleinen Spielzeug in ihren Händen festklammern. Doch dafür haben sie natürlich noch Ihre Hilfe nötig!

3 Monate: Der Beginn des Zugreifens

Wenn Ihr Baby den Zwölf-Wochen-Sprung (laut des berechneten Geburtstermins) hinter sich hat, kann es selbstständig etwas greifen. Es lernt das zielgerichtete Zugreifen. Doch um das zu perfektionieren, muss es erst noch den nächsten Sprung absolvieren! Helfen Sie Ihrem Kind beim Greifen-Lernen. Reichen Sie ihm Gegenstände, damit es das Greifen üben kann, und loben Sie es für seine Anstrengungen!

4 ½ Monate: Wildes Um-sich-Greifen

Viele Babys beherrschen das Greifen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, sind aber so richtig auf den Geschmack gekommen! Sie grapschen nach allem, was sich in ihrer Reichweite befindet. Vielen Müttern wird das zu viel und man hört sie immer häufiger sagen: „Nein, stehen lassen!“, wenn ihr Baby mal wieder zupackt. Manchmal fruchtet das sogar! Vergessen Sie aber nie, dass dieses „Wilde“ nichts mit dem wilden Verhalten älterer Kinder zu tun hat. Das wilde Um-sich-Greifen ist nur eine Methode für Ihr Baby, um die Welt zu entdecken.

6 Monate: Selber machen!

Ihr Baby hat das Greifen und das Mit-den-Händen-tun mittlerweile gut gelernt. Es kann ein Buch aufschlagen und wieder zuklappen. Und es benutzt seine Hände, um seine neue Leidenschaft für „in“, „auf“, „unter“ und „über“ auszuleben. Weil es den Sprung Zusammenhänge hinter sich hat, ist es von Abständen und Verhältnissen zueinander fasziniert. Seine Händchen benutzt es, um Gegenstände aufeinanderzutürmen oder irgendwo hineinzustopfen, Dinge nebeneinander zu setzen, etwas dazwischenzustecken usw. Ihr Kind braucht seine Hände für den gleichen Zweck wie Sie: um damit etwas zu tun. Seine Hände haben nun eine echte Funktion.

11 Monate: Aus Spaß wird Ernst!

Wenn Ihr Kind elf Monate alt ist und den Sprung Reihenfolgen absolviert hat, interessiert es sich besonders für Sing- und Bewegungsspiele. Doch Ihr Kind hat mit seinen Händen nicht nur viel Spaß, sondern kann auch zahllose Dummheiten damit anstellen! Es ist neugierig auf alles um sich herum und wird zudem zunehmend mobiler. Es fasst alles an, kennt aber die Folgen nicht. Vorläufig müssen also noch die Steckdosenkindersicherungen seine kleinen Finger schützen!

1 ½ Jahre: Kein Kleckern mehr und prächtige Kunstwerke

Lassen Sie Ihr Kind in diesem Alter immer mehr Dinge „machen“, um seine Handfertigkeit zu trainieren. Es kann inzwischen ein Stück Brot greifen, aus einem Becher trinken, ohne zu kleckern, und Buchseiten umblättern. Ihr Kind genießt es, eine Zeichnung zu Papier zu bringen. Geben Sie ihm Buntstifte oder Pinsel und Farbe. Wählen Sie spezielle Kinderstifte, die sind dicker als normale. Ihr Kind kann sie besser festhalten und sie sind auswaschbar, falls aus Versehen etwas auf die Kleidung gelangt.

2 Jahre: Kleine Handmuskeln und große Türme

Ihr Kind ist nun ganz damit beschäftigt, seine Handmuskeln zu trainieren. Bauklötze und Legosteine geben ihm einen Anreiz hierfür: Es muss die Bausteine gerade aufeinandersetzen und andrücken. Bei Letzterem trainiert es die kleineren Handmuskeln. Die gröberen Dinge, die es mit seinen Händen verrichtet, gelingen ihm auch immer besser. Mit etwas Übung baut es Türme in einer Höhe von gut und gerne acht Steinen. Und das Schönste? Das sind die Komplimente von Mama …

3 Jahre: Knöpfe und Scheren

Ihr Kind benutzt seine Hände immer mehr wie ein Erwachsener. Mit etwas Übung kann es die Knöpfe an seiner Kleidung zu- und wieder aufknöpfen. Ermutigen Sie es immer wieder, das selbst zu tun. Dadurch wächst sein Selbstvertrauen! Ihr Kind macht nun auch einen enormen Sprung in seiner Handmuskel-Gehirn-Entwicklung. Geben Sie ihm eine Kinderschere und lassen Sie es etwas schneiden.

Links- oder Rechtshänder?

Früher dachte man, es sei besser, Rechtshänder zu sein. In der Schule wurde man gezwungen, mit der rechten Hand zu schreiben. Heutzutage wissen wir das zum Glück besser. Sie haben als Eltern keinen Einfluss darauf, welche Hand Ihr Kind bevorzugt. Mehr noch: Wenn Sie Ihr Kind dazu „zwingen“, Rechtshänder zu werden, vergrößern Sie das Risiko, dass Ihr Kind stottert oder psychische Probleme bekommt. Wenn Sie und Ihr Partner beide Linkshänder sind, ist die Wahrscheinlichkeit drei Mal so groß, dass Ihr Nachwuchs ebenfalls Linkshänder wird. Kleine Kinder wechseln oft zwischen der rechten und der linken Hand. Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden Sie dann aber feststellen, dass Ihr Kind eine Hand bevorzugt.