17 Monate: Nachmachen & vergleichen

17 Monate: Nachmachen & vergleichen - Oje, ich Wachse!

Normen & Werte

Ihr Kind beginnt nun zu verstehen, dass Mama ein eigener Mensch ist – und Papa auch. Es jongliert mit Begriffen wie „du“ und „ich“ und ist sehr an den Körpern seiner Eltern interessiert.

Ihr Sohn entdeckt, dass es einen Penis hat – und Papa auch, aber Mama nicht. Und dass der von Papa größer ist als sein eigener. Das gefällt ihm nicht. Er verschafft sich einen genauen Überblick über alle Übereinstimmungen und Unterschiede. Zum ersten Mal in seinem Leben kann sich Ihr Kind in einen anderen Menschen hineinversetzen. Es weiß nun, dass es ein Mensch ist – und der andere auch. Zum ersten Mal ist es sich auch dessen bewusst, dass eine andere Person nicht unbedingt das Gleiche mögen muss wie es selbst. Es ist nun weniger egozentrisch, was allerlei Folgen hat. Es kann andere trösten. Seine Pantomime erreicht einen Höhepunkt: Es ahmt jetzt alles nach, was nicht niet- und nagelfest ist, und das den lieben langen Tag. Sein Fantasiespiel kommt nun voll in Gang.

Lebewesen

Andere lebende Wesen findet Ihr Kind nun sehr faszinierend – von Ameisen bis zu Hunden. Ihr Kind ist sich nun der Tatsache bewusst, dass es in einer Familie lebt. Und dass seine Familie anders ist als die Familie seines Freundes, den es zwei Mal wöchentlich besucht.

Kunst kommt von Können

Genauso wie Ihr Kind seine eigene Familie als ein System erkennt, so unterscheidet es seine Familie von anderen Familien. Mit seinen Freunden verfährt es genauso, und ebenso mit seinem Haus und der Nachbarschaft. Es orientiert sich nun immer besser in der Umgebung außerhalb des Hauses. Es wird sich seiner Kleidung bewusst, es kann recht eitel und besitzergreifend werden, wenn es um seine Spielsachen geht. Es fabriziert nun auch schon große „Kunstwerke“: Ihr Kind kritzelt nun nicht mehr, sondern malt schon „Pferde“, „Boote“ und „sich selbst“. Und es kann schon Musik genießen. Sein Zeitgefühl beginnt sich zu entwickeln. Es kann sich besser an vergangene Erfahrungen erinnern und sich auf kommende Ereignisse freuen. Und zum ersten Mal formuliert Ihr Kind ganze Sätze. Das heißt aber noch lange nicht, dass jedes Kleinkind das auch tut. Kinder untrerscheiden sich bezüglich des Alters, in dem sie damit beginnen, stark voneinander. Alle Kinder begreifen nun schon viel von dem, was Sie ihnen sagen, doch einige sprechen erst ein paar Worte. Andere dagegen sprechen schon sehr viel und unterstützen das Gesagte mit Mimik, doch formulieren sie noch keine ganzen Sätze. Und wieder andere verwenden bereits ganze Sätze. Ob Ihr Kind das schon kann oder noch nicht, hängt auch davon ab, wieviel Sie mit Ihrem Kind sprechen.

Deutliche Regeln

Quengeln und jammern, um seinen Willen zu bekommen, kindisches Verhalten, Unordentlichkeit, obwohl man eigentlich schon ordentlich sein könnte, Unvorsichtigkeit und andere verletzen – Sie fragen sich wahrscheinlich, ob Sie die einzige sind, die sich mit einem solchen Verhalten herumärgern muss. Nein, natürlich nicht! Ihr Kleinkind ist kein Baby mehr! Die Zeit ist gekommen, um Grenzen zu setzen. Ihr Kind kann es nun vertragen. Mehr noch: Es ist sogar auf der Suche nach Grenzen. Ihr Kind verlangt nach Regeln. Es variiert sein Verhalten endlos, um diese Regeln kennen zu lernen. Genauso wie es Hunger und ein Recht auf sein tägliches Essen hat, so hat es auch ein Recht auf Regeln. Und die meisten Regeln kann es nur entdecken, indem sie ihm von Ihnen präsentiert werden, vor allem wenn es um soziale Regeln geht. Sie müssen ihm verdeutlichen, was sich gehört und was nicht. Sie sind es ihm schuldig. Und wer kann es ihm besser beibringen als jemand, der es liebt?

Normen und Werte

Ein Kleinkind lernt im Schnelldurchgang. Doch alles, was es nun lernt, ist ihm später nur schwer wieder abzugewöhnen. In dieser Zeit wird die Basis für die Gewissensbildung und das Lernen von Werten und Normen gelegt. Es ist also eine gute Investition in die Zukunft und Sie ersparen sich, Ihrem Kind und Ihrer Umgebung viel Ärger, wenn Sie damit rechtzeitig beginnen. Ein Baby kann man nicht verwöhnen, ein Kleinkind dagegen schon.