Daumen & Schnuller

Daumen versus Schnuller
Daumenlutschen lassen oder lieber einen Schnuller geben? Das bleibt eine schwierige Entscheidung.

Beide Varianten haben Vor-, aber auch Nachteile. Den größten Nachteil haben beide gemeinsam: Irgendwann müssen Sie Ihrem Kind Schnuller oder Daumen abgewöhnen.

Saugreflex
Nicht ohne Grund werden Neugeborene „Säuglinge“ genannt. Schon vor der Geburt hat Ihr Baby seinen Saugreflex entwickelt – dieses angeborene Saugbedürfnis hilft ihm in der ersten Zeit, nachdem es auf die Welt gekommen ist, ausreichend Nahrung zu erhalten.

Vor allem in den ersten Wochen ist sein Saugbedürfnis kaum zu befriedigen – sogar direkt nach dem Stillen oder der Fütterung mit der Flasche wird sofort wieder am Finger genuckelt, wenn man ihm ihn nur hinhält. Beim Saugen am Daumen oder Schnuller befinden sich Zunge und Kiefer, später auch Zähne, in derselben Position wie beim Stillen: Die Zunge wird platt gegen den Unterkiefer oder die Unterlippe gedrückt. Babys und Kleinkinder erfahren das Saugen als sehr angenehm. Nicht selten wird ihnen das Saugen sogar als Trost oder Einschlafhilfe angewöhnt oder angeboten. Doch gibt es zahlreiche Gründe, um das Daumenlutschen oder Schnullern auf das erste Lebensjahr zu beschränken.

Mittelohrentzündung
Zu den Nachteilen von Daumen und Schnuller gehört das Risiko der Bakterienbildung, welche bspw. eine Mittelohrentzündung hervorrufen kann. Wenn Ihr Baby an etwas saugt, atmet es durch seine Nase. Sobald der Daumen oder der Schnuller während des Schlafens aus dem Mund fällt, bleibt der Mund geöffnet und das Baby atmet nicht mehr durch die Nase. Der Schleim bleibt in der Nase kleben und bildet einen Nährboden für Bakterien. Weil nun ein größerer Luftstrom durch seinen Mund geht, verdampft mehr Speichel und das Baby muss weniger schlucken. Mit der Folge, dass sich die Eustachische Röhre seltener öffnet und die Ohren nicht asreichend gereinigt werden. Das Risiko einer Ohrentzündung steigt.

Zähne
Sobald Ihr Baby Zähne bekommt, erhöht sich durch das Nuckeln an Daumen oder Schnuller das Risiko auf Zahnbefall (Karies), weil sich rund um Daumen oder Schnuller leicht Bakterien festsetzen können. Das kann zu Zahnfleischirritation und Zahnfleischentzündung führen. Bei lang andauerndem Saugen werden die unteren Zähne auf lange Sicht durch den Daumen nach hinten gedrückt, während die oberen Zähne nach vorne rutschen können. Ein eventueller Überbiss muss später durch eine Zahnspange korrigiert werden.

Trost
Einer der Vorteile von Daumenlutschen und Schnuller ist, dass beide Trost spenden, wenn es dem Baby nicht gut geht oder es nicht einschlafen kann. Ein Schnuller ist dann ein hervorragendes Hilfsmittel. Manchmal ist man auch geneigt, Daumen oder Schnuller in den Mund zu stecken, um das Baby nach dem Stillen oder dem Füttern mit der Flasche zufrieden zu stellen. Halten Sie sich dabei aber immer vor Augen, dass Sie Ihrem Kind auf diese Weise beibringen, nur dann zufrieden zu sein, wenn etwas in seinem Mund steckt. Dadurch wird es immer schwieriger, Schnuller- oder Daumenlutschen einzuschränken oder ganz abzugewöhnen.

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